2016-07-03 Nachmittag

By openmedi on 3. Juli 2016 — 2 mins read

Schrieb einen Willkommenspost, der es hoffentlich etwas leichter macht, mit den Artikeln hier etwas anzufangen. Unendliche Aufgabe Zugänglichkeit und schwierige Theorie miteinander zu verbinden. Ich schrieb außerdem vor ein paar Tagen schon einen Kommentar zu einem Kommentar von „fiv“ zu meinem Zettel zur ideellen Kontingenz. Ist nochmal eine ganz gute Beschreibung des Forschungsprogramm der kzuMafia und meiner Kritik daran geworden. Insbesondere die Forderung von Agnostik gegenüber den für die Moderne angenommenen Voraussetzungen auf deren Grundlage man selbst handelt, ist da eigentlich ganz gut konturiert. Es zeigt auch, wie sehr mich die Beschreibung der Moderne mehr interessiert, als die Schaffung anderer Spielregeln – wobei natürlich eine bessere Beschreibung das Spiel und damit die Spielregeln verändert.

Gestern das Fußballspiel hat mal wieder gezeigt, dass man in der Konstruktion von Nationaler Identität den Aspekt Sport nicht hoch genug einschätzen kann. Wie sehr ich mich mit der Mannschaft mitfieberte, obwohl ich mit keinem dieser Leute jemals auch nur persönlich in Berührung gekommen bin und das trotz aller Kenntnis dieses Phänomens. Besonders spannend war das Spiel ob der taktischen Brillanz der beiden Mannschaften. Ich bin kein Experte, aber selbst mir wurde klar, dass ich hier ein meisterhaftes Spiel sah. Es machte mir auch irgendwie die anhaltende Begeisterung für Militärhistorie plausibler: Leuten so fein aufeinander abgestimmt agieren zu sehen, die kleinen Dramen, wenn die Ordnung nicht mehr hält, der ständige Switch zwischen individuellem Schicksal und Gruppendynamik, das ist schon toll. Als Sahnehäubchen obendrauf empfand ich die durch Mehmet Scholl eröffnete Kontroverse, wie eine slche Mannschaft taktisch zu führen sei. Dabei ging es um die Frage, ob man sich auf den Gegner einstellen sollte (wie geschehen, man spielte mit Dreierkette) oder die gewachsene Mannschaft in ihrer taktischen Aufstellung so belassen sollte. Urs Siegenthaler wurde genannt und als einer derjenigen ausgemacht, die dem Bundestrainer einen Floh ins Ohr gesetzt hätte. Die Öffnung von Kontroversen ist nicht so sehr wegen ihres Veränderungspotentials interessant, sondern sie gab einen kurzen Einblick in die Tiefe der Maschinerie, die die deutsche Nationalmannschaft ist und dass wir über diese so gut wie nie etwas mitbekommen. Eine Kontroverse schafft das Verlangen nach mehr Details – egal in welchem Zusammenhang.


Nichtstun, oder zumindest: Wenigtun ist in meinem Leben Grundvoraussetzung fürs Glücklichsein. Das wird mir immer mehr klar, je mehr ich mich nicht mehr wie ein Irrer in Partys schmeiße, als wäre das meine Pflicht. Ein langsames, kleines Leben macht mich immer glücklicher als eines, wie es stereotyp zu den Berliner Verhältnissen zu gehören scheint. Keine Clubs, keine Partys, kein Ausgehen. Und mir geht’s gut dabei.

Posted in: Journal

Leave a comment

%d Bloggern gefällt das: