Marc Augé: Nicht-Orte (Rezension)

By openmedi on 29. März 2017 — 1 min read

Eine wichtige Frage versucht Augé in diesem Buch auf den Grund zu gehen: Wo befinden wir uns, anthropologisch gesprochen, wenn wir uns zwischen Orten befinden? Wie ist die spatiale Vorgefundenheit zu charakterisieren, durch die wir uns hindurch bewegen und hindurch transportiert werden? Augé macht in seinem Buch die wichtige Differenz zwischen tatsächlichen Orten und Nicht-Orten auf. Tatsächliche Orte, das sind Zentren (im weitesten Sinne), also z.B. Dörfer oder Städte, jene Versammlungszentren, an denen beispielsweise politische und religiöse Tätigkeiten verrichtet werden. Die Intention richtet sich auf sie. Um zu einem Ort zu kommen, muss man durch Nicht-Orte gehen. Das Reisen findet an Nicht-Orten statt. Parkplätze, Flughäfen, Bahnhöfe gehören ebenso dazu, wie das innere von Transportmitteln. Leben geht durch diese Nicht-Orte ständig hindurch, aber es findet nicht auf sie gerichtet statt.

Augé hat einen sehr interessanten Essay geschrieben, der sich vorzüglich zur Reiselektüre eignet. Die Kürze dieses Textes hat mir noch mal deutlich gemacht, wie vorteilhaft es sein kann, direkt zur Sache zu kommen, jedenfalls in der Präsentation, anstatt Geleit, Vorwort und Einleitung, etc. aufeinanderzutürmen.

Posted in: Rezension

Leave a comment

%d Bloggern gefällt das: