Über die Wichtigkeit von Entscheidungen

By openmedi on 12. April 2017 — 1 min read

Irgendwas angehen, ein Projekt beginnen, das geht immer. Es aber „richtig“ angehen, also: Es von Anfang an auf eine tragfähige Basis zu setzen, das ist schon schwerer und gleichzeitig sehr verführerisch. Man kann es damit auch übertreiben. Es ist wichtiger Entscheidungen zu treffen als die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Leben ist nämlich kein Schachspiel. Und wenn es doch eines ist, dann ist es keine Schachpartie, sondern eine Schachspielerkarriere. Und je mehr Partien wir spielen, desto mehr Entscheidungen wir treffen, desto besser, weil sich damit unsere Spielerfahrung erhöht.

Plastizität ist wichtig. Es ist wichtig zu verstehen, dass man die eigene Vergangenheit im Hinblick auf neue Informationen anders interpretieren kann. Aber nicht nur das: Jede Handlung, vollständig gleichgültig, ob sie den intendierten Erfolg hat, oder eine ganz andere Wendung nimmt, weil wir selbst wiederum von anderen Akteuren beeinflusst sind, gibt Anlass zur Rekonstruktion des eigenen Narrativs und des Konzeptteppichs, auf dem wir durchs Leben fliegen.

Ketten zu bilden ist wichtig. Jede Handlung, die man in eine Reihe mit anderen Handlungen stellen kann, jedes Ding, welches man in einen Versuchsaufbau integrieren kann, erlaubt die Bildung von Ketten, die durch konzeptuelle Leistung, die genau genommen selbst auch wieder Glieder einer solchen Kette bildet, in einen Zusammenhang gestellt werden können. Erfolg ist zunächst eine Frage der Wiederholung: Wenn ich demonstrieren kann, dass diese Aktion, kein unabhängiges einzelnes Ergebnis ist, sondern in einem Kontext geschah, dann habe ich etwas, auf das sich bauen lässt. Die Verkettung von Handlungen mit Dingen und von Handlungen und Dingen mit Konzepten, bildet die Grundlage zur Erzeugung von längerfristiger Realität. Handlung, Ding und Konzept und deren relationale Verbindung, darum geht es in jedem Fall.

Was man verbindet ist zunächst nicht weiter relevant. Relevant ist, dass man verbindet. Dass man Zusammenhänge erkennt oder schafft, die immer mehr und produktivere Entscheidungen ermöglichen. Ein Projekt realisieren heißt, Bewegung, Gedanke und Materialität so miteinander zu verbinden, dass ein Ort entsteht, an dem als Ereignis eine lokale Realität existieren kann.

Posted in: Irrfahrt

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