Und: Über ein Gedicht von Sebastian van Roehlek

By openmedi on 31. Januar 2016 — 1 min read

Zu @van_Roehleks „halt mich rar“

Schreiben ist eine Tätigkeit der Verknüpfung. Das “und dann … und dann” des Kindes ist verbunden mit der Frage “warum?… und warum?” desselben nur in umgekehrter Reihenfolge. Hätten wir eine Karte der Wortpfade, die wir tagein tagaus zurücklegen, wäre das eindeutiger. Ein schier unendliches Band dessen Operator immer ein “Und” ist. Denn selbst ein “Oder” ist ein “Und”, nicht wahr? Oder kann man bei einer Abzweigung gleichzeitig nach rechts als auch nach links gehen? Wohl nicht. Schon ein “Und” zeigt die Linearität der Sprache auf. Immer nur nacheinander geht es. Und so ist ein “Oder” nur der Möglichkeitsraum des “Und”. Man kann nach rechts und nach links gehen, aber nur, wenn man den Pfad zurückverfolgt. Es ist wie ein Labyrinth in den Kinderseiten der Zeitung. Man setzt den Stift an und sucht den Weg zum Ausgang. Erst dann setzt man ab. Was ist zu sehen? Eine Linie? Wie kommt sie zustande? Durch Suchen und (d.h. lesen) und durch markieren (d.h. schreiben).

Posted in: Miszelle

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