Willkommen!

By openmedi on 3. Juli 2016 — 3 mins read

Herzlich Willkommen im Blog von openmedi. Hier geht es um viele Dinge, wie das so für Blogs üblich ist, aber all diese Dinge bilden irgendwie schon etwas Zusammenhängendes, weshalb es sich lohnt, das was dieses Blog ausmacht genauer zu beschreiben.

Da ich dieses Blog befülle, vielleicht kurz etwas zu meiner Person: Mein Name ist Martin und ich bin angehender Wissenschafts- und Technikhistoriker, wobei mein Schwerpunkt einerseits auf Botanikgeschichte innerhalb der Geschichte der Naturwissenschaften liegt und andererseits die Geschichte der Theorie, bzw. die Geschichte der Geistes- und Sozialwissenschaften umfasst. Ich bin aber weder in dem einen noch in dem anderen Bereich besonders herausragend bewandert, was aber anders herum auch nicht bedeuten soll, dass ich gar keine Ahnung habe. Mein derzeitiges Hauptinteresse, wenn man von so weltlichen Dingen, wie ein dringend abzuschließendes Masterstudium, einmal absieht, liegt dann auch in der Orientierung innerhalb der Geschichte. Das heißt, was mich am meistens interessiert ist die Schaffung eines theoretisch fundierten Rahmens, in dem man historiografisch arbeiten kann.

Zu einem wichtigen Werkzeug zur Schaffung von Orientierung in dieser verwirrenden Welt ist für mich die Akteur-Netzwerk-Theorie (kurz: ANT) geworden, wie sie von Michel Calon, Bruno Latour und John Law entwickelt worden ist. Insbesondere mit Bruno Latours Werk kenne ich mich inzwischen sehr gut aus. Aus dem Vorhergenden folgt, dass viele meiner Texte direkt oder indirekt die Akteur-Netzwerk-Theorie zur (manchmal stillen) Voraussetzung haben. Das Fehlen einer Artikel-Serie in diesem Blog, die in die Grundlagen der ANT einführt, ärgert mich selbst.

Was interessiert die Leute sonst noch? Ich bin 29 Jahre alt, ich bin in Potsdam geboren und habe den Hauptteil meines Lebens in Berlin gelebt. Ich habe drei Jahre „Digitale Medien“ in Bremen studiert, dieses Studium aber abgebrochen und bin dann mehr zufällig als absichtlich in die Wissenschafts- und Technikgeschichte in Berlin gestolpert, weil ich irgendwann mal Journalist werden wollte. Ich habe als Techniker für das hiesige Institut und als studentische Hilfskraft für die Literaturwissenschaft gearbeitet.

Im Blog selbst geht es, wie schon gesagt, viel um die ANT, wobei die Anwendung der ANT in der Historiografie einen der Schwerpunkte darstellt. Ich beschäftige mich außerdem mit Fragen zur außerakademischen Wissenschaft im Internet und wie sich dieses Phänomen beschreiben lässt. Eine hobymäßige Fallstudie aus diesem Bereich, die ich insbesondere vor der temporären Stilllegung meines Twitteraccounts vorangetrieben hatte, ist meine Beschäftigung mit der „kzuMafia“, einem losen Verbund von Leuten, die versuchen die Implikationen der Internetkommunikation im Hinblick auf das darin u.U. steckende Neue zu erforschen. Durchaus ähnlich, theoretisch aber anders fundiert, entwickle ich immer mal wieder begriffliche Erweiterungen der ANT. Dazu gehört die Akteur-Netzwerk-Toxikologie, in der ich die Tendenz von (mehr oder weniger) homogenen Gruppen zu beschreiben versuche fremde Elemente neutralisieren zu wollen – was immer das dann auch konkret heißt. Ebenfalls dazu zählen würde ich die Alienanthropologie, die eine Verfremdungstechnik darstellt. Stellt man eine Frage alienanthropologisch, dann versucht man diese entweder als Alien mit Blick auf unsere Welt oder als Beobachter von Aliens zu beantworten. Die Idee ist, dass man die jeweilige Vorgefundenheit möglichst als nicht selbstverständlich ansieht. Alles wird aus einem solchen Blick überraschend, nichts ist langweilig. Außerdem ist es dezidiert ein Blick von außen. Die Alienanthropologie stellt somit die moderne Frage, nach dem Ding an sich, nach dem anderen, jetzt aber transponiert auf ein Kollektiv oder eine Gesellschaft.

Es gibt verschiedene Kategorien im Blog, die ich hier zum Abschluss noch kurz charakterisieren möchte:

  • Essay – Texte, die, bezogen auf das was mich interessiert, ein gewisses Gewicht, eine gewisses Wichtigkeit haben
  • Journal – Fortlaufende Notizen zu meinem Leben, die am häufigsten verwendete Kategorie
  • Miszelle – Kurztexte
  • Rezension – wie der Name schon sagt (derzeit leer)
  • Vortrag – wie der Name schon sagt, findet man hier Notizen, Folien und/oder Manuskripte zu von mir gehaltenen Vorträgen
  • Zettel – ich führe neben diesem Blog noch einen privaten Zettelkasten und in dieser Kategorie veröffentliche ich ausgewählte Zettel

P.S.: Ich freue mich immer über Kommentare und bemühe mich Nachfragen oder ergänzende Darstellungen meinerseits zu kommentieren (soweit mir das sinnvoll erscheint).

P.P.S.: Siehe auch die Über-Seite.

Posted in: Miszelle

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