2016-07-10 Nachmittag

By openmedi on 10. Juli 2016 — 4 mins read

Gestern Nacht, gegen 4:35, hat man versucht bei mir einzubrechen. Ich bin immer noch etwas unruhig deswegen. Da es mir im Sommer in dieser Wohnung etwas zu warm war, hatte ich mir angewöhnt eines der beiden Fenster angeklappt zu lassen. Da ich im Erdgeschoss zur Straße hin wohne, muss jemandem dieser Anblick schon gereicht haben um sein Glück mal zu versuchen. Jedenfalls wurde ich während ich Podcasts hörte anstatt zu schlafen, von einem Geräusch an meinem Fenster aufgeweckt und sah dann plötzlich eine Hand durch den Spalt greifen, die versuchte mein anderes Fenster zu öffnen. Ich rief laut: “Hallo, was soll denn das werden?!” woraufhin sich die Hand zurückzog und Schritte sich zügig entfernten. Ich lag daraufhin sicherlich noch weitere 2 Stunden wach. Kaum auszudenken, wenn eine Woche vor meinem Umzug hier eingebrochen worden wäre. Mein Laptop, der zu diesem Zeitpunkt auf meinem Schreibtisch stand, der wiederum vor dem Fenster positioniert ist, wäre weg gewesen, hätte ich nicht so schlecht geschlafen. Es wird Zeit hier wegzukommen.

Das Fenster bleibt jetzt jedenfalls für die letzte Woche in dieser Wohnung geschlossen. Ich darf gar nicht darüber nachdenken, dass ich an besonders heißen Tagen das Fenster angeklappt ließ, auch wenn ich nicht zu Hause war.

Und noch etwas ist mir an dieser kurzen Szene hängen geblieben: Meine Fenster sind nicht einsichtig, weil ich Jalousien (dieses Typs) vor den Fenster hatte. Mein Rufen, das aus dem Nichts kam, hatte den Effekt, dass die Person, die einzubrechen beabsichtigte, flüchtete. Da ich nicht sofort rief, sondern mir einige Sekunden Zeit lies, weil ich die Dreistigkeit des Vorgehens zunächst gar nicht akzeptieren konnte, hätte ich sogar Zeit gehabt, die Jalousie hochzureißen und den_der Täter_in ins Auge zu sehen. Ich hätte das ganze sogar filmen können. Die Frage wäre nur gewesen, ob meine plötzliche Anwesenheit, nun ergänzt um die Fähigkeit zur Identifikation der Person, dieselbe Reaktion hervorgerufen hätte. Immerhin hätte ich mit dem Wissen um das Gesicht und ganz sicher mit einer Videoaufnahme den_die Täter_in polizeilich überführen können. War es nachher die gegenseitige Anonymität, das Ausbleiben einer möglichen Identifikation, die diese Flucht zum wahrscheinlichsten Ausweg machte? Hätte ich mit Gewalt gegen meine Person rechnen müssen, wenn ich dem Täter von Angesicht zu Angesicht gegenüber gestanden hätte? War die Möglichkeit des – anonymen – Einbruchs, der plötzlich alles andere als anonym hätte werden können, durch die Anonymität der Verhinderung desselben, d.h. durch den glimpflichen Verlauf der gesamten Entwicklung, nicht in etwas anderes umgeschlagen? In gewisser Weise haben sich sowohl Täter_in als auch Opfer an die Spielregeln des anonymen Einbruchs gehalten – hatte dies schlimmeres verhindert? Die Anonymität als Faktor ist wirklich nicht zu unterschätzen. Die Möglichkeit und Unmöglichkeit von “Glimpflichkeit” hängt eng mit der Vermeidung von Identifikation (und den sich daraus ergebenden sozialen Folgen) zusammen.


Habe meine Podcasts etwas aufgeräumt und nach langer Abstinenz the Incomparable sowie als neue Entdeckung die Game Show abonniert. Overcast bietet die Möglichkeit Podcasts in intelligente Playlisten zu sortieren und ich habe nun für alle kurzen (bis 5 Minuten) und alle mittleren Podcasts (ab 5 bis 30 Minuten) je eine Playliste gebaut. Außerdem habe ich ein paar Podcasts in meiner Liste deaktiviert, aber nicht gelöscht. Dann kann ich je nach Bedarf Podcasts aus dieser Quelle hören oder auch nicht. Der Hörspielpool von Bayern 2 ist so einer. “Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969” ist aber schon manuell runtergeladen.

Apropos Podcasts: Ich will gerne einen sehr kurzen Journal-artigen Podcast machen, der immer unter 5 Minuten bleibt. Los geht’s damit wohl im August. Wenn spoken.co eine App hätte, dann wäre die Plattform für diesen Minipodcast geklärt. So werde ich wohl auf Podigee und die dort möglichen kostenlosen 60 Minuten im Monat zurückgreifen. Ne Website gibt’s ja schon, auch wenn die Beiträge auch hier im Blog verlinkt werden sollen und das Blog weiterhin der zentrale Publikationsplatz bleibt.


Einer meiner Lieblingspodcasts ist ja Total Party Kill, in dem in verschiedenen Gruppenkonstellationen D&D über Roll20 gespielt wird, was ein wunderbares Podcastformat ist. Ich würde ja schon gerne, wenn das Fahrwasser wieder etwas ruhiger geworden ist, Pen & Paper-Rollenspiele spielen.

In diesem Zusammenhang habe ich mir auch noch mal Baldur’s Gate Enhanced Edition gegeben, weil ich, auch wenn ich in dieses Spiel unzählige Stunden versenkt habe, es bisher noch nie linear durchgespielt habe. Nach einigen Irrfahrten und dem – bei so einem Spiel – schrecklichen Hang zum Perfektionismus, spiele ich jetzt meine finale Partie, durch die epische Welt der vergessenen Reiche. Entweder ich komme diesmal bis ans Ende, oder eben nicht.

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