2017-11-19 Abend

By openmedi on 19. November 2017 — 2 mins read

Besuch von meiner Mutter in Hamburg, die das Auto abholte und mir so dankenswerterweise eine Reise nach Berlin ersparte und mir außerdem hier in der Wohnung half. Dadurch, dass ich unter der Woche arbeiten muss, geht es im Vergleich zu vorher natürlich langsamer voran. Aber die Küche wird jetzt so langsam benutzbar und spätestens übernächstes Wochenende ist dann wahrscheinlich alles an seinem Platz.

Habe zuweilen ein schlechtes Gewissen, weil ich es noch nicht schaffe, mich um mein Pflanzengeschichte-Blog drüben bei Hypotheses zu kümmern. Aber die Wahrheit ist, dass meine begrenzte Freizeit im Moment komplett für die Einrichtung der Wohnung draufgeht. Bis Januar werde ich noch damit leben müssen, dass der Ausnahmezustand die Normalität bildet: Wohnungseinrichtung, Weihnachten (und damit Reise nach Berlin), Besuch der Freundin. Es fehlt also bis dorthin im jeden Fall die Langeweile, die Voraussetzung ist, etwas an meinen eigenen Projekten zu machen.

So lesen sich ca. 95 Prozent aller Journal-Einträge: In den ersten ein bis zwei Absätzen irgendwas, was in meinem Leben gerade passiert und anschließend eine oder zwei Reflexionen, die mir gerade im Kopf rumschwirren. Es ist wie eine Art gesteuerter Stream-of-Consciousness. Selbst fürs Bloggen nach Themen fehlt einfach die Zeit. Und so bleibt nicht viel mehr, als diese kaum gedachten Bruchstücke ins Blog zu schmeißen und zu hoffen, dass man in einem zukünftigen Post auf das Thema zurückkommt. Aber wann ist das in jüngerer Vergangenheit je passiert? Es ist damals auf dem Antville-Blog ziemlich erfolgreich geschehen, wie ich finde, aber da hatte ich auch die Zeit dazu.

Es verklumpt erstaunlich wenig, wenn man nicht die Zeit hat, sich eine Verbindung zwischen den verschiedenen Gedanken vorzustellen. Ich möchte sagen können: Das werde ich zukünftige wieder stärker ins Auge fassen: Die konzeptuelle Arbeit zur Verbindung meiner Reflexionen. Aber das werde ich jetzt erst mal nicht schaffen. Ich beobachte das auch bei meiner Twitterei: Auch dort lediglich Ansätze und Überlegungen, die sich dank der Erhöhung des Zeichenlimits etwas weniger schwer artikulieren lassen. Aber auch hier: Einzeltweets, die als Skizzen funktionieren mögen, aber deren eigentliche Kraft nur durch langwierige konzeptuelle Entfaltung bei gleichzeitiger Lektüre von dazu passenden Texten sichtbar wird.

Was bedeutet es denn, wenn ich sage, dass die Gesellschaft eine Naturgewalt ist? Was meine ich, wenn ich sage, dass die Linke museal geworden sei? Ähnlich wie im letzten Post, in dem ich das Konzept des maschinenlesbaren Universums und der Akteur-Netzwerk-Toxikologie herausholte, wäre eine Zuspitzung dieser Konzepte vonnöten, damit sie argumentativ zum Einsatz kommen können.1

Außerdem ist die Waschmaschine kaputt. Auch das noch.

EDIT: Über die Wichtigkeit und Unwichtigkeit von Entscheidungen versucht zu beschreiben, was ich hier u. A. als “konzeptuelle Entfaltung” bezeichnet habe.


  1. Dabei ist hier vor allem der Dialog mit sich selbst über den Umweg des Schreibens gemeint. Das Handhabbarmachen der eigenen Gedanken, durch die Formung von Begriffen, erlaubt das Verbinden dieser Gedanken mit Beobachtungen auf artikulierbare Art und Weise. Es hilft natürlich auch, mit anderen darüber zu sprechen. 
Posted in: Journal

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