2018-02-25 Sonntag Abend

By openmedi on 25. Februar 2018 — 1 min read

Kaum Zeit. Die ganze Zeit keine Zeit mein vor allen Dingen durch seine interessante Verwaltung interessant gewordenes Leben interessant zu halten. Zu viele Träume für 168 Stunden die Woche. 8 x 7 = 56 Schlaf, bleibt 112, davon 40 Stunden Arbeit = 72. Plus Fahrtzeiten, plus Zeiten, die für Familie, Beziehung, Freunde, Bekannte draufgehen. Soziale Medien bespielen – das ist ja schon als Teil der eigenen Lebensverwaltung anzusehen, aber auch dafür bleibt keine Zeit. Ich frage mich, wie man das alles geschafft hat, früher. Ich weiß: Saß man 8-12 Stunden in der Bibliothek, war die Möglichkeit Studienverwaltungsabfall zu produzieren im Überschuss gegeben und wurde auch genutzt. Und wie oft saß ich nur zwei Stunden in der Vorlesung und gar nicht in der Bibliothek? Es nimmt nicht wunder, dass dabei etwas interessantes passieren musste, bei dieser Nabelschau, deren einzige Ressource Langeweile im Kontext von wenigen Erwartungen anderer Akteure war.

Heute hingegen läuft die Verwaltung Gefahr selbst zu Abfall zu werden. Der interessante “Abfall n-ter Ordnung” wird nicht mehr produziert, weil sich die eigene Langeweile plötzlich mit externen Erwartungen verknüpft – immerhin muss man seinen Lebensunterhalt verdienen und man hat dafür ja schließlich einen Arbeitsvertrag unterschrieben. In der verbleibenden aktiven Zeit ist die Reflexion aber auf Sparflamme, weil man zu viel Spaß hat. Und so rennt man, während man Spaß hat, von einer Verpflichtung zur nächsten, anstatt sich zu langweilen. Und dann leidet man darunter, dass man sich nicht genug langweilt, weil das einen Verlust im eigenen Leben artikuliert. Nämlich den Verlust eines Privilegs.

Insofern fragt man sich, wie dieses abstruse Leiden, dass wahrscheinlich nur Privilegierte nachempfinden können, eingehegt werden kann. Vermutlich wird es nur gehen, wenn man anderes lässt. Wie lässt sich einem stressigen Leben Langeweile UND Zeit abgewinnen, die zum Abbrennen der ersteren benötigt wird?

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