2018-09-22 (Manager und Angestellte)

By openmedi on 22. September 2018 — 1 min read

(Inspiriert von diesem Blog Post: Your “thread” should have been a blog post…)

https://twitter.com/b0rk/status/1043350133470126080
Ein Beispiel: Ein Comic-Zine, welches die Beziehung zwischen Angestellten und Managern zu normalisieren versucht und Kommunikations- und Verhaltenstipps gibt.

Mein Problem mit und dem Versuch das offensichtliche und für diese Realität ohnehin notwendige Machtgefälle zwischen Angestellten und Managern runterzuspielen: Es wird einerseits eine Normalisierung ohnehin bereits normaler Zustände angestrebt. Warum?

Ein weiteres Beispiel: Hier wird versucht “Vertrauen” zu simulieren. Es wird nicht versucht Vertrauen herzustellen, sondern es werden Rezepte für ein Gefühl von Vertrauen(!) gesucht.

Die sich durch die Diskrepanz im Machtgefüge einstellende Lage, wird immer auch Gefühle von Ärger, Unverständnis, usw. hervorrufen. Jede Form von Sprachregelung (Tipps zur besseren Kommunikation usw.) ist immer ein Indikator für ein Problem, das nicht zu lösen, sondern zu akzeptieren ist.

https://twitter.com/b0rk/status/1037550458049626112
Ein weiterer Auszug aus Beispiel 1: Hier wird vorgeschlagen, dass man sich früh an den Manager wendet. Es wird lediglich der positive Ausgang bei “richtigem Verhalten” präsentiert. In der Praxis werden Probleme  von Angestellten häufig auf die lange Bank geschoben, ganz egal wie gut der Manager ist, weil Ziel der Arbeit nicht Prozessoptimierung im Sinne der Angestellten ist. D. h.: Es müssen sich Unternehmensziele und Optimierungswünsche der Angestellten decken, bevor ein positiver Ausgang wie hier zu erwarten ist.

Andererseits ist die Normalität – dass es Manager braucht – in ihren Selbstverständlichkeiten kein Hinterfragen wert. Vorgesetzte gehören zum Leben, zur Realität in der wir leben. Hierarchien und die durch sie ausgelöste kognitive Dissonanz auch. Daran ändert sich nix. Also akzeptiert man besser den Rahmen und versucht innerhalb dieser bestehenden sozialen Strukturen zu optimieren – als wäre das (dauerhaft) möglich.

In dem man Sprachregelungen und Handlungsregelungen zu finden sucht, die im Prinzip eine Art Training für Angestellte und Manager darstellen, wird die ohnehin schon normale Normalität neu normalisiert und gleichzeitig in ihren Selbstverständlichkeiten unhinterfragt affirmiert. Dabei müsste man sich gerade die Selbstverständlichkeiten anschauen, um das Phänomen der Manager-Angestellten-Beziehung realistischer zu beschreiben. Am Machtgefälle und seiner Bedeutung für die Etablierung von zuweilen schwer aushaltbarer lokaler Realität führt dabei kein Weg dran vorbei.

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