2019-04-17 (Eishockey und Referenzen)

Von openmedi veröffentlicht am 4/17/2019, 9:46:59 PM

And the period. Comes. To an End. Eishockey. Nhl. Wieviele Jahre sind es jetzt schon? Wirklich schon 15 Jahre? Am bemerkenswertesten ist immer noch: Wie wenig ich eigentlich darüber weiß. Keine Ahnung über Strategie, meine ich. Ich schaue Eishockey wie ein Fan. Vielleicht auch, weil es mich so lange schon begleitet, dass mein durchs Studium eingebranntes Fadenkreuz es nicht gut in den Fokus bekommt. Was habe ich je tolles übers Eishockey gedacht? Es ist wie ein Sport mit einem Ellenbogengelenk mehr. Das Eis als Material verändert die Fortbewegung. Man kann nicht einfach so anhalten. Das Tor ist daher nicht auf der Grundlinie. Man kann dahinter entlangfahren. Das auch eine Ungewöhnlichkeit: Ganz andere taktische Möglichkeiten. Das Feld ist verhältnismäßig klein. 6 Leute je Team sind zum gleichen Zeitpunkt auf dem Eis. Es ist voll. Platz ist Mangelware und muss durch Komprimierung überhaupt erst geschaffen werden. Eishockey ist ein Symbol des Winters und daher ein Symbol der Klimaerwärmung. Es ist ein Sport der Weißen in den Profiligen. Gerade hier fällt Diversität als anders auf. Es gibt Schlägereien. Es gibt regelmäßige Regelaktualisierungen, die das Spiel schneller machen sollen, die es Torreicher machen sollen, die es sicherer machen sollen. Ein hochtechnologischer Sport. Eine Liga, der keinen Auf- und Abstieg kennt. Eine Liga deren Meisterschaft in einem Turnier endet, in dem man in vier Runden bis zu 7 Spiele je Runde absolvieren muss. Eine Profiliga, die in der relativen Teamstärke durch die Art und Weise wie Nachwuchstalente ausgewählt werden, die durch eine Deckelung der möglichen Ausgaben für Verträge fast Parität haben. Eine Liga, die nicht nur US-amerikanische, sondern auch kanadische Teams umfasst. Ein Sport und eine Liga mit langer Geschichte.

Es gibt viele Gründe gerade diesen Sport interessant zu finden oder ihn gegen den mit der Sozialisation aufgenommenen Bundesligafußball zu halten und aus den Gegensätzen theoretische Beobachtungen abzuleiten. Die Einwirkung des Regelwerks und seine Komplexität der Eskalationsstufen auf das Verhalten der spielenden Akteure. Das Medium und seine Rückkopplungseffekte auf Strategie und Taktik.

Was ich ja mag: Die Nähe der Ferne. Das ist auch ein Grund warum alle meine Podcasts aus den USA, Kanada und Australien sind, glaube ich. Hier ist etwas, dem ich mich in meiner Art zugehörig fühlen kann, ohne dass meine Aufmerksamkeit zu viel Einfluss auf das Produkt hat oder haben kann. Ich bin nicht so richtig Teil des eigentlichen Dings. Das reguläre Publikum rekrutiert sich nicht aus Leuten wie mir. Es ist eigentlich eine feldforscherische Haltung: Zurückhaltende Beobachtung.

Ich habe in letzter Zeit eigene Werte entdeckt: Freiheit, Harmonie, Verlässlichkeit. Auch das vielleicht ein Grund für das Interesse an der Ferne als Ferne. Ich muss mit niemandem über die Eishockeyergebnisse reden, mit niemandem über die Podcasts. Und die Eigenplausibilität dieser fernen Dinge, die ich beobachten kann, darin steckt eine gewisse Harmonie. Ich vermute dieses abstrakte Faszinosum Ferne wirkt auch bei solchen, die sich mit der Natur oder dem Universum wissenschaftlich auseinandersetzen: Es ist vielleicht nicht mehr unberührt, wenn es beobachtbar wird, aber es kann immer noch fern sein.


Über Medienbrüche hinweg Referenzen wahren ist wichtig, wenn diese Referenzen als Netze Emergenz für einen zeitigen sollen. Dies ist nicht nur in der physischen Welt wahr, sondern auch in der digitalen, wo man häufig zwischen verschiedenen Applikationen hin und her springt. Namen sollten daher so gestaltet sein, dass sie einander in anderen Apps entsprechen. So lassen sich etwa Notizen im persönlichen Wiki, PDFs auf der Festplatte und Aufgaben in der ToDo-List einander zuordnen.

Auf diese Weise “verklumpen” einzelne Notizen zu Notizenbäumen, disparate Dateien und Informationen zu ganzen Wissensnetzen.