Klaus Kusanowskys Zettelkasten

By openmedi on 3. Februar 2016 — 2 mins read

Kann man den Zettelkasten im Sinne der “Medien- als Gesellschafts- und die Geselschafts- als Medientheorie” verstehen und trotzdem anschlüssig an Luhmann bleiben?1

Der Zettelkasten ist @kusanowskys Panoptikum: Es ist in gewisser Weise der generische Fall der Organisation des Zeitalters des Internets, insbesondere der Wissens- aber eben auch der Gesellschafts- oder sollten wir besser gleich sagen: der Kommunikationsorganisation.

Es gibt private und öffentliche Instanzen des Zettelkastens, ebenso wie es private und öffentliche Instanzen von Organisation gibt. Entscheidend für Organisation ist Ordnung. Das ist auch die Voraussetzung für Gesellschaft gewesen: Soziale Ordnung schafft gesellschaftliche Organisation. Und die Ordnung wiederum wird durch Disziplinierung von Akteuren hergestellt, d.h. durch Begrenzung von Emergenzpotentialen.

Diese Begrenzung wiederum wurde außerhalb des Internets (oder historisch “davor”) durch althergebrachte – z.B. eine Bibliotheksordnung – und in gewissem Rahmen voraussagbare soziale Ordnungsgesten hergestellt. Im “Internet” (d.h. in den sozialen Medien) hingegen ist das einerseits nicht möglich und andererseits nicht mehr nötig: Das “Neuland”, das sich hier präsentiert, erlaubt andere Gesten und andere Praktiken der Erzeugung von (Un- oder Um-)Ordnung und (Un- oder Um-)Organisation.

Dieses Neuland nicht wieder zu “kolonisieren”, sondern in gewisser Weise “alienanthropologisch” – was wäre wenn wir Aliens wären und in dieser Situation steckten? – zu begegnen, darin scheint das Projekt zu liegen.

Bibliografie



  1. Diese kurze Beitrag entstand durch das Lesen aller bis zum heutigen Tage veröffentlichten Beiträge, die das Wort “Zettelkasten” laut der Suche auf dem Blog von Klaus Kusanowsky enthalten. Das erste Zitat bezieht sich auf ein in 2010 angefertigtes Exzerpt von Carsten Zorns Dissertation “Der Zettelkasten der Gesellschaft. Medientheorie als Gesellschaftstheorie” und das zweite aus diesem sehr schönen Kommentar zur Luhmannreligion und der gleichzeitigen latenten Ablehnung der “Zettelkastenphilologie”, wie sie u.A. in diesem Beitrag deutlich wird. 
Posted in: Miszelle

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