Zettel 643: Ideelle Kontingenz

Von openmedi veröffentlicht am 6/27/2016, 4:52:31 PM

(Auf Twitter wurde der Vorschlag gemacht, dass Leute, die sich für so etwas interessieren, sich doch zukünftig Zettel zuspielen könnten, mit denen andere wiederum anfangen können, was sie wollen. Es wurde angeregt, das ganze simpel über Twitter zu organisieren und längere Gedanken bei Twitlonger abzulegen. Ich hoste meinen Kram dann doch lieber selbst. Die Kategorie “Zettel” dient der Veröffentlichung ausgewählter Zettel aus meinem Zettelkasten.)

  • \@openmedi: “Vorhersagbarkeit und Nachvollziehbarkeit sind zwei verschiedene Dinge.” (q)
  • \@kusanowsky: “@openmedi sind auch Katzenbabies und Fünfganggetriebe zwei verschiedene Dinge?” (q)

  • “mir erscheint nichts gleich. alles ist anders. und ALLES IST KONTINGENT @sozialwelten (so?)” (q)

“Niklas Luhmann definierte den Begriff wie folgt: „Kontingenz ist etwas, was weder notwendig ist noch unmöglich ist; was also so, wie es ist (war, sein wird), sein kann, aber auch anders möglich ist. Der Begriff bezeichnet mithin Gegebenes (zu Erfahrendes, Erwartetes, Gedachtes, Phantasiertes) im Hinblick auf mögliches Anderssein; er bezeichnet Gegenstände im Horizont möglicher Abwandlungen.“” (q)

Ist das ein Blindfleck der #kzuMafia? Dass die Luhmann’sche Kontingenz noch gar nichts über den Status Quo sagt, d.h. über die gemachten und Realität produzierenden Zustände? Es ist billig zu argumentieren, dass es auch anders sein könnte, wenn man dabei die Arbeit vergisst, die gemacht wird, um diesen ideellen Zustand, dass es auch immer anders sein könnte, zu vermeiden. Die Stabilität bestimmter Unterscheidungen nicht ernst zu nehmen, riskiert einerseits die Unterschätzung geschaffener begrifflicher wie instrumenteller Infrastruktur (, die man, wenn es einem gerade in den Kram passt, selbst nutzt…) und andererseits den Vorwurf der Vortäuschung falscher Tatsachen. Mit der Ausschaltung der Plausibilität, durch die Behauptung einer ideellen Kontingenz, schafft man die Möglichkeit etwas anderes zu behaupten, aber es kann im Hinblick auf die Beschreibung, auch auf eine neue Beschreibung, eigentlich nur zu Verzerrungen führen, weil man die Arbeit unterschätzt, die zur Erzeugung von Ähnlichkeit gemacht wird.

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Tags: @kusanowsky, @sozialwelten, Kontingenz, kzu, Luhmann